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Schlafmangel verringert positive Emotionen

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Wie sich zu wenig Schlaf auf unsere Emotionen auswirkt

Reduzierter Schlaf bewirkt, dass Menschen weniger positive Gefühle entwickeln. In einer aktuellen Untersuchung empfanden die Teilnehmenden beispielsweise weniger Freude und Enthusiasmus, wenn sie weniger als normal schliefen.

Bei der aktuellen Untersuchung der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) wurde festgestellt, dass reduzierter nächtlicher Schlaf negative Auswirkungen auf positive Gefühle am nächsten Tag hat. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Sleep“ publiziert.

Forschung fand nicht im Schlaflabor statt

Die meisten Forschungsarbeiten zum Thema Schlaf werden in Labors durchgeführt, aber bei der neuen Studie wurden Teilnehmende untersucht, welche zu Hause schliefen. Diese Personen verbrachten zunächst sieben Nächte in ihrem eigenen Bett und schliefen so lange wie gewöhnlich. An drei Vormittagen wurde eine Reihe von Tests durchgeführt. Danach schliefen die Teilnehmenden drei Nächte lang zwei Stunden weniger als normal und an zwei Vormittagen wurden die gleichen Tests erneut absolviert.

Schlafmuster von Menschen sind verschieden

Alle Menschen haben unterschiedliche Schlafmuster. Der Sinn, die Teilnehmenden zu Hause schlafen zu lassen, bestand darin, das alles dem normalen Leben so stark wie möglich ähnelt, erklärt das Team. In der Phase des Schlafentzugs gingen die Teilnehmenden einfach nur zwei Stunden später ins Bett als normal. Trotzdem mussten sie zu ihrer gewohnten Zeit aufstehen.

Morgendlicher Test der Reaktionsfähigkeit

Etwa anderthalb Stunden nach dem Aufstehen wurde ein Test durchgeführt. Über einen Zeitraum von 14 Minuten wurden den Teilnehmenden 365 verschiedene Bilder mit zufälligen Buchstaben auf einem Computerbildschirm gezeigt. Wenn das Bild nicht den Buchstaben X enthielt, wurden sie aufgefordert eine Taste zu drücken. Enthielt das Bild ein X, mussten die Teilnehmenden nichts besonderes tun.

So wurden die Reaktionsfähigkeit und Genauigkeit getestet. Die Reaktionszeit ging zurück, als die Teilnehmenden unter Schlafentzug litten, dafür stieg die Fehlerquote an. Es scheint, dass Menschen schneller reagieren, um eine geringere Konzentration auszugleichen. Dadurch steigt aber die Fehlerquote an, erläutert die Forschungsgruppe.

Wie wirkte sich kürzerer Schlaf über längeren Zeitraum aus?

Während die Teilnehmenden mit jedem Tag, an dem sie den Test nach normalem Schlaf absolvierten, besser und besser abschnitten, erzielten sie nach einer Nacht mit unzureichendem Schlaf jeden Tag schlechtere Ergebnisse hinsichtlich der Genauigkeit. Es ist bekannt, dass Schlaf wichtig für das Lernen ist. Es ist möglich, dass die beobachteten Ergebnisse mit diesem Faktor zusammenhängen, so die Vermutung der Forschenden.

Fragen zu Emotionen mussten beantwortetet werden

Im zweiten Teil des Tests beantworteten die Teilnehmenden einen Fragebogen, um 20 positive und negative Emotionen zu identifizieren. Es wurden keine klaren Unterschiede bei negativen Gefühlen festgestellt, jedoch gab es deutliche Unterschiede bei den positiven Emotionen. Bereits nach einer Nacht mit vermindertem Schlaf reduzierten sich positive Gefühle. Nach drei Nächten mit weniger Schlaf reduzierten sich die positiven Emotionen noch stärker.

Weniger normaler Schlaf als normal beeinflusst die Gefühle

Weniger Schlaf bewirkt nicht, dass mehr negative Gefühle auftreten. Vielmehr scheint eine Abflachung von positiven Gefühlen der Fall zu sein. Durch weniger Schlaf als normal empfanden die betroffenen Personen weniger Freude, Enthusiasmus, Aufmerksamkeit und Erfüllung, berichten die Forschenden.

Auswirkungen auf die psychische Gesundheit?

Die Ergebnisse sind durchaus interessant für die generelle Gesundheit. Doch befasste sich die Studie nicht mit der Frage, wie lange der Mangel an positiven Gefühlen nach dem Schlafentzug anhält. Die Forschenden planen daher bereits die Dauer dieses Geisteszustandes genauer zu untersuchen.

Folgen eines unregelmäßigen zirkadianen Rhythmus

Es gibt häufig Gründe später ins Bett zu gehen, trotzdem müssen betroffene Personen meist am nächsten Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen oder beispielsweise die Kinder in den Kindergarten bringen. Dies trägt dazu bei, dass Menschen zu wenig Schlaf bekommen. Die Länge des Schlafs ist dabei quasi nur ein Teil des Gesamtbildes, es ist auch wichtig, wann die betroffenen Personen ins Bett gegangen sind. Ein unregelmäßiger zirkadianer Rhythmus kann schlimmer sein als zu wenig Schlaf, berichtet Studienautorin Ingvild Saksvik-Lehouillier von der University of Science and Technology.

Heranwachsende sind besonders gefährdet

Heranwachsende haben ein größeres Schlafbedürfnis und sind eine besonders gefährdete Gruppe. Die Nutzung von Internet und Smartphones führt zu vielen Versuchungen, weshalb Heranwachsende zu spät ins Bett gehen. Trotzdem müssen sie am nächsten Morgen aufstehen und zur Schule gehen. Schlafentzug kann schnell zu einem Problem werden. Viele Jugendliche haben besonders während der Prüfungszeit Schlafprobleme.

Gesundheitliche Auswirkungen von Schichtarbeit

Langzeitstudien, die unter Schichtarbeitenden durchgeführt wurden, welche über einen langen Zeitraum zu wenig schlafen, zeigten schwerwiegende negative Folgen auf die Gesundheit, einschließlich eines deutlich erhöhten Risikos für Krankheiten wie Krebs und Diabetes.

Anzeichen für gesunde Schlafgewohnheiten

Schlaf ist individuell. Nicht jede/r muss jede Nacht siebeneinhalb Stunden schlafen. Einige Menschen bleiben gerne bis in die frühen Morgenstunden auf, andere lieben es, früh am Morgen aufzustehen. Das Wichtigste ist, wie man sich fühlt. Wenn Sie gut gelaunt und wach sind, wenn Sie aufstehen, sind das Anzeichen dafür, dass Ihre Schlafgewohnheiten für Sie arbeiten, fügt Saksvik-Lehouillier hinzu. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Ingvild Saksvik-Lehouillier, Simen Berg Saksvik, Johanna Dahlberg, Tiril K Tanum, Heidi Ringen et al.: Mild to moderate partial sleep deprivation is associated with increased impulsivity and decreased positive affect in young adults, in Sleep (Veröffentlicht 19.04.2020), Sleep


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