News

Krebserregendes Flammschutzmittel in Autos eingesetzt

Krebserregendes Flammschutzmittel in Autos eingesetzt


We are searching data for your request:

Forums and discussions:
Manuals and reference books:
Data from registers:
Wait the end of the search in all databases.
Upon completion, a link will appear to access the found materials.

Höheres Krebsrisiko durch das Fahren im Auto?

Wenn Sie viel mit dem Auto unterwegs sind, scheinen Sie sich einem erhöhten Risiko für Krebs oder reproduktive Schäden auszusetzen. Autositze können ein chemisches Flammschutzmittel enthalten, welches gefährliche Folgen für unsere Gesundheit haben kann.

Bei der aktuellen Untersuchung der University of California, Riverside und der Duke University wurde festgestellt, dass je mehr Sie Auto fahren, desto mehr sind Sie einem chemischen Flammschutzmittel ausgesetzt, welches als krebserregend bekannt ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Environment International“ veröffentlicht.

Autositze enthalten krebserregendes chemisches Flammschutzmittel

Die Nutzung unseres Autos scheint uns besonderen gesundheitlichen Gefahren durch unsere Autositze auszusetzen. Diese enthalten ein chemisches Flammschutzmittel, welches Krebs auslösen kann.

Es droht im Auto nicht nur Gefahr durch externe Luftschadstoffe

Während sich viele Forschungsarbeiten zur Automobilverschmutzung auf externe Luftschadstoffe konzentrieren, welche in den Fahrzeuginnenraum gelangen, zeigt die aktuelle Studie, dass Chemikalien, die aus dem Inneren Ihres Autos ausströmen, ebenfalls Anlass zur Besorgnis geben.

Erhöhte Exposition tritt schnell auf

Die Chemikalie, die als TDCIPP oder chloriertes Tris bezeichnet wird, kommt weit verbreitet in Autositzschäumen vor. Die Untersuchung zeigt, dass Autositze eine Quelle für TDCIPP-Exposition sind. Die Forschenden stellten zusätzlich fest, dass bereits weniger als eine Woche Pendeln zur Arbeit zu einer erhöhten Exposition gegenüber dieser Chemikalie führt. Das Team war überrascht bereits in so kurzer Zeit eine signifikante Konzentration feststellen.

Seit 2011 wird die Toxizität von Organophosphatestern untersucht

In den letzten zehn Jahren wurde untersucht, wie verschiedene Chemikalien den Verlauf der frühen Entwicklung beeinflussen. Am Modell von Zebrafischen und menschlichen Zellen untersuchte man seit dem Jahr 2011 die Toxizität einer neueren Klasse von Flammschutzmitteln, den sogenannten Organophosphatestern.

Organophosphatester ersetzen ältere flammhemmende Chemikalien

Über die Toxizität dieser Organophosphatester (TDCIPP ist einer davon) ist bisher nur wenig bekannt, aber sie haben ältere flammhemmende Chemikalien ersetzt, welche sich in der Umwelt länger hielten und deren Metabolisierung länger dauerte.

TDCIPP beeinflusst die Entwicklung von Embryos

Es stellte sich heraus, dass TDCIPP die normale Entwicklung eines Embryos behindert. Andere Studien haben einen starken Zusammenhang zwischen TDCIPP und Unfruchtbarkeit bei Frauen aufgezeigt, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen.

Auswirkung an Pendlern getestet

Da bekannt ist, dass die Verwendung der Chemikalien immer noch weit verbreitet ist, wollten die Forschenden herausfinden, ob das Pendeln zur Arbeit die Exposition erhöht. Also wurden Untersuchungen an etwa 90 Personen durchgeführt, die alle zwischen 15 Minuten bis zu mehr als zwei Stunden täglich pendelten. Die Teilnehmenden erhielten Silikonarmbänder, die sie fünf Tage lang ununterbrochen tragen sollten.

Warum Silikonarmbänder?

Die molekulare Struktur von Silikon macht es ideal zum Auffangen von Luftschadstoffen. Da TDCIPP nicht chemisch an den Schaumstoff gebunden ist, wird es mit der Zeit freigesetzt und lagert sich in Staub ab, welcher dann eingeatmet wird.

Längere Zeit im Auto führte zu stärkerer Exposition

Es wurden mehrere Organophosphatester getestet, aber TDCIPP war der einzige, der eine starke positive Assoziation mit der Pendelzeit zeigte. Die Exposition gegenüber TDCIPP war umso höher, je längere die Teilnehmenden Zeit in ihrem Fahrzeug verbrachten. Die Forschenden gehen davon aus, dass die Exposition über das Einatmen von Staub erfolgte.

Weitere Forschung ist nötig

In Zukunft möchte das Forschungsteam die Studie mit einer größeren Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters wiederholen. Es soll auch untersucht werden, wie Pendler vor dieser und anderen toxischen Verbindungen geschützt werden können.

Säubern Sie den Innenraum Ihres Autos regelmäßig

Solange keine spezifischeren Methoden zur Verringerung der Schadstoffbelastung identifiziert werden können, regt das Team an, das Innere von Fahrzeugen häufig zu entstauben. Bis sicherere Alternativen identifiziert werden können, ist weitere Forschung erforderlich, um die Auswirkungen von TDCIPP auf Pendler vollständig zu verstehen.

Informationen über eine langfristige Belastung sollten erhoben werden

Da bereits eine so starke Auswirkung nach nur fünf Tagen festgestellt wurde, wäre es wichtig herauszufinden, wie sich eine langfristige Exposition auf Menschen auswirkt. Denn viele Personen fahren jahrzehntelang die meisten Wochen des Jahres im Auto zur Arbeit. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Aalekhya Reddam, George Tait, Nicholas Herkert, Stephanie C. Hammel, Heather M. Stapleton et al.: Longer commutes are associated with increased human exposure to tris(1,3-dichloro-2-propyl) phosphate, in Environment International (Veröffentlicht Volume 136, März 2020), Environment International


Video: Asbest im NDR: Wieso es die Krebsfaser noch immer gibt. STRGF (Juli 2022).


Bemerkungen:

  1. Djoser

    Es tut mir leid, aber ich denke, Sie machen einen Fehler. Ich schlage vor, darüber zu diskutieren. Senden Sie mir eine E -Mail an PM, wir werden reden.

  2. Migal

    Beats

  3. Mooguran

    Sie stimmen zu, Ihr Denken ist einfach ausgezeichnet

  4. Sabino

    Sehr schnelle Antwort :)



Eine Nachricht schreiben